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Pressemitteilung

“Unangemessen und integrationsgefährdend”

Köln, 06.11.09 - Das türkischsprachige Programm des WDR feiert in dieser Woche sein 45-jähriges Bestehen - und fällt Sparplänen des Senders zum Opfer.

Der Vorstand des KulturForum Deutschland hat die vom WDR geplanten drastischen Einschnitte bei den Sendungen für türkischsprachige Bürger in Deutschland als “unangemessen und integrationsgefährdend” kritisiert. Von den Sparmaßnahmen des Senders werden neben dem Kulturbereich die türkischsprachigen Hörfunksendungen von Funkhaus Europa am härtesten betroffen: Mehr als die Hälfte der türkischen Sendungen für die in Deutschland lebenden Menschen türkischer Abstammung sollen der geplanten Programmänderung zum Opfer fallen. Begründet wird die Änderung mit dem Sparzwang durch den Ausstieg anderer ARD-Anstalten aus der Kooperation für Sendungen in den Sprachen der Migranten.

Die Mitarbeiter traf die Entscheidung nach Medienberichten vollkommen überraschend. Sie waren zu keinem Zeitpunkt in die weitreichenden Kürzungspläne involviert.

Die türkischsprachigen Hörfunksendungen von Funkhaus Europa waren die ersten türkischsprachigen Programme im deutschen Radio. "Funkhaus Europa ist", so der WDR”, "das einzige Integrationsprogramm in Deutschland", das den Migranten Information und Unterhaltung in ihrer Muttersprache bietet.

Die türkischsprachigen Programme im deutschen öffentlich-rechtlichen Radio erfüllen das Bedürfnis von Millionen Hörern. Sie stellen damit ein deutschland-bezogenes Gegengewicht zu den türkischsprachigen Medien ("Heimatsendern") aus der Türkei dar - und wirken somit in hohem Maße  integrationsfördernd. In einer ersten Stellungnahme einiger Hörfunk-Mitarbeiter heißt es:

"Eine Kürzung der Sendezeit wird gerade jetzt bei vielen Hörern den Eindruck verstärken, dass auch der WDR mit 'den Türken' nicht anders umgeht, als sie es in der politischen Debatte erleben."

In Deutschland leben knapp drei Millionen türkischsprachige Migranten, davon eine Million im NRW. Für sie ist die türkische Sprache das verbindende Element zwischen den Generationen - auch für die jüngeren, die sich in der deutschen Sprache heimisch fühlen. Im Gegensatz zu vielen privaten Sendern aus der Türkei orientierten sich die Sendungen an der gesellschaftlichen und politischen Wirklichkeit in Deutschland.

Neben vielen Organisationen haben auch der Türkische Unternehmerverband ATIAD und die Türkische Gemeinde in Deutschland bereits gegen die geplantem Kürzungen protestiert. Die TGD hat sich in einem Offenen Brief an WDR-Intendantin Monika Piel, WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz und Funkhaus-Europa-Programmchef Thomas Reinke gewandt und um eine Erklärung gebeten. (>>Offener Brief)

Anfragen zu den geplanten Kürzungen sind zu richten an:

Monika Piel, Intendantin: monika.piel@wdr.de
Wolfgang Schmitz, WDR Hörfunk-Direktor: wolfgang.schmitz@wdr.de
Thomas Reinke, Leiter Funkhaus Europa: thomas.reinke@wdr.de
Redaktion Funkhaus Europa: funkhauseuropa@wdr.de
Alle telefonisch zu erreichen über 0221 220-0

Für Stellungnahmen zu Reaktionen auf die geplanten Kürzungen stehen zur Verfügung:

Rainer Marquardt: Vorstandsmitglied der IG Medien in NRW:
rainer.marquardt@wdr.de, 0221 220 3197

Prof. Recep Keskin, Vorsitz. des Türkischen Untrnehmerverbandes in Europa (ATIAD):
recep.keskin@atiad.org, 0172 533 3015

Tayfun Keltek, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft ausl. Beiräte (LAGA) NRW:
tayfun.keltek@t-online.de, 0171 281 2740

Osman Okkan, Vorstandssprecher des KulturForum TürkeiDeutschland:
osman.okkan@web.de, 0170 356 0755





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