17. Juni 2010
Sibylle Thelen las im Kölner Lew Kopelew Forum aus ihrem im Februar im Verlag Klaus Wagenbach erschienenen Buch "Die Armenierfrage in der Türkei". Die leitende Redakteurin der Wochenendbeilage der Stuttgarter Zeitung veröffentlichte zuletzt "Istanbul – Stadt unter Strom. Gesichter der neuen Türkei" (2008).
Das anschließende Gespräch mit Sibylle Thelen, Pfarrer Dr. Diradur Sardaryan (Armenische Gemeinde Baden-Württemberg) und Osman Okkan (KulturForum TürkeiDeutschland) moderierte Cem Sey (Korrespondent, Kolumnist bei Taraf, Agos).
Das Buch - und die Autorin Sibylle Thelen:
Die offizielle Geschichtsschreibung der Türkischen Republik kennt keinen Völkermord an den Armeniern. Die so genannten Umsiedlungen gelten als unschöne, aber unabwendbare Folge des Ersten Weltkrieges. Was geschah 1915 wirklich? Die Armenierfrage steht heute im Zentrum der Identitätssuche einer demokratisch-pluralistischen Türkei. Beharrlich erkundet eine neue Zivilgesellschaft die verdrängte und vergessene Geschichte.
Sibylle Thelen, Autorin und Redakteurin bei der Stuttgarter Zeitung, geht in ihrem neuen Buch “Die Armenierfrage in der Türkei” dieser Spurensuche nach. Sie berichtet vom Forschungsstand, aber auch von der Wirkungsweise der lange verschwiegenen Opfergeschichten. Empathie wandelt den Blick. Das Buch "Die Armenierfrage in der Türkei" ist im Februar 2010 beim Wagenbach Verlag in der Reihe "Politik bei Wagenbach" erschienen.
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begleitend: Foto-Ausstellung “Hrant Dink”
Ebenfalls am 17. Juni wurde eine Foto-Ausstellung über Leben und Werk des 2007 ermordeten türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink eröffnet.
Der armenisch-türkische Journalist Hrant Dink, eine der wichtigsten Stimmen der Armenier in der Türkei, wurde 2007 auf offener Straße erschossen. Die von Mürvet Öztürk sorgfältig zusammengestellte Ausstellung dokumentiert in Fotos, Texten und Zitaten aus Dinks Nachlass das Leben und Werden des Journalisten. Es werden Ausschnitte aus Dinks privatem und beruflichem Leben präsentiert, von der Kindheit und Jugend bis zum politischen Engagement, aber auch die Umstände vor und nach seiner Ermordung, die andauernde Prozessphase nach dem Mord.
Die Ausstellung ist bis zum 9. Juli im Lew Kopelew Forum zu sehen.
Lesung und Ausstellung wurden organisiert vom Hrant Dink Forum Köln, in Kooperation mit dem Lew Kopelew Forum, mit freundlicher Unterstützung der Stadt Köln und des Verlag Klaus Wagenbach.
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