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Hrant Dink Forum Köln

Gedenken an Sivas und Başbağlar


Mit Protesten und Gedenkveranstaltungen wurde am 2. Juli der 16. Jahrestag des pogromartigen Angriffs von Sivas 1993 begangen: 33 Künstler und Intellektuelle, die anlässlich eines alevitischen Kulturfestivals zu Ehren des Dichters Pir Sultan Abdal in den Ort gekommen waren, verbrannten damals vor den Augen von Sicherheitskräften in einem Hotel, das ein wütender Mob abgeriegelt und mit Molotowcocktails in Brand gesetzt hatte. Vier weitere Menschen starben außerhalb des Hotels.

Unter den Ermordeten waren die Sänger Muhlis Akarsu, Hasret Gültekin, Edibe Sulari, Nesimi Çimen, die Dichter Metin Altıok, Behçet Aysan, Asım Bezirci und der Karikaturist Asaf Koçak. Der türkische Satiriker Aziz Nesin, der sich während der Veranstaltung dafür ausgesprochen hatte, mutig für Demokratie und Meinungsfreiheit einzutreten, überlebte den Anschlag mit Verletzungen.

Ebenfalls 33 Menschen kamen zwei Tage später bei einer brutalen Erschießungsaktion in Başbağlar bei Erzincan ums Leben. Nachdem vermummte Einheiten die Dorfbewohnter zusammen getrieben hatten, wurden die Exekutionen vorgenommen und das Dorf in Brand gesteckt.

 

Einem Urteil des Staatsicherheitsgerichts in Ankara zufolge behinderte die Menschenmenge die Feuerwehr bei den Rettungsarbeiten in Sivas. Zeugenaussagen und Videoaufnahmen belegen zudem, dass einzelne Polizisten der Menge halfen und eine anrückende Militäreinheit sich unverrichteter Dinge wieder zurückzog. Ungeklärt sind bis heute die Verstrickungen des türkischen Geheimbunds Ergenekon in die blutigen Vorfälle. Zahlreiche Verurteilte sind im Ausland auf der Flucht.



 




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