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Kurze Chronik der Ereignisse
1998 Pinar Selek wird beschuldigt, an einem Bombenanschlag auf dem Ägyptischen Basar in Istanbul beteiligt gewesen zu sein und den Tod zahlreicher Menschen mitverschuldet zu haben. Sie sitzt zweieinhalb Jahre in Untersuchungshaft und wird schwer gefoltert. Schließlich erklärt der Hauptbelastungszeuge, seine Aussage, auf deren Grundlage Pinar Selek festgenommen worden war, sei durch Folter erzwungen gewesen. Zugleich können mehrere Gutachter zweifelsfrei nachweisen, dass die Explosion auf dem Basar nicht durch eine Bombe, sondern vermutlich durch eine defekte Gasleitung verursacht war. Pinar Selek, die für die Dauer des Verfahrens auf freiem Fuß war, wird nach elf Jahren endlich frei gesprochen.
Frühjahr 2009 Die 9. Strafkammer des Kassationsgerichts Ankara hebt diesen Freispruch auf. Dagegen legt der Oberstaatsanwalt beim Großen Strafsenat desselben Gerichtes Widerspruch ein, da es für die Beteiligung der Angeklagten an dem Vorfall keinerlei Beweise gebe. Diesen Widerspruch hat der Große Strafsenat zurückgewiesen und bestätigt den Entscheid der 9. Strafkammer, den Freispruch aufzuheben.
Damit droht Pinar Selek eine Verurteilung nach § 125 des Türkischen Strafgesetzbuches (sinngemäß: Staatsgefährdung bzw. Landesverrat) zur Höchststrafe. In der Türkei bedeutet das 36 Jahre Einzelhaft mit totalem Kontaktverbot.
(>>Website, TR) (>>Prozessverlauf) (>>mehrsprachige Solidaritätskampagne, DE)
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