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In einem mehrteiligen Interview in der türkischen Tageszeitung Radikal erklärte der kurdischstämmige Schriftsteller Yaşar Kemal, die Türkei müsse eine moderne Demokratie werden, was bedeute, jeder Bürger des Landes müsse frei darin sein, seine Sprache, seine Kultur und seine Natur zu leben.
Dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül, der kürzlich gesagt hatte, es bestehe eine “historische Gelegenheit” zur Lösung der kurdischen Frage, unterstellte Kenal gute Absichten. “Der Präsident hat diejenigen in der Türkei ermutigt, die keinen Krieg wollen. Diese Kraft nimmt zu und immer mehr wohlmeinende Menschen erkennen die Realität. Weder Türken noch Kurden wollten jemals auseinander gehen.” Die kurdische Frage sei das Hauptproblem der Türkei, darin spiegele sich das Problem der Türkei mit der Moderne, ihr Problem mit der Demokratie. Eine Lösung könne nur unter Berücksichtigung der Menschenrechte gelingen.
Signale der Entspannung
"In einer demokratischen Gesellschaft kann keine einzige Person ihrer Menschenrechte beraubt werden - geschweige denn 20 Millionen", erklärte Kemal. Den Premierminister Recep Tayyip Erdogan kritisierte er für seine Weigerung, sich mit dem Vorsitzenden der pro-kurdischen Partei der demokratischen Gesellschaft (DTP), Ahmet Türk, zu einem Gespräch zu treffen.
Auf anderer Ebene mehren sich die Entspannungsignale zwischen der DTP und der türkischen Regierung. Sowohl die AKP-Regierung als auch der inhaftierte Führer Öcalan haben für die nächsten Wochen einschneidende Schritte angekündigt, die auf einen "Friedensplan" hinauslaufen sollen. Auch von einer Amnestie für die PKK-Kämpfer ist die Rede. Für den Frieden, so heißt es in den Reihen der regierenden AKP, müssten Tabus gebrochen werden.
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