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Hrant Dink Forum Köln

Istanbul-Preview: "Mordakte Hrant Dink"
20.03.09, Bilgi-Universität

Rund 300 Zuschauer verfolgten in einem Hörsaal der Istanbuler Bilgi-Universität die türkische Erstaufführung der "Mordakte Hrant Dink" - in Anwesenheit von Frau Rakel Dink, Friedenspreisträger Yaşar Kemal und vielen anderen prominenten Gästen.

 


Star-Kolumnist und Kanal-D-
Anchorman Mehmet Ali Birand begrüßte das prominent besetzte Publikum und sprach mit hoher Achtung von seinem ermordeten Kollegen Hrant Dink, der das schwierige Verhältnis zwischen Türken und Armeniern offen angesprochen und damit einen friedlichen Dialog angestoßen hat. Die Dokumentation von Osman Okkan und Simone Sitte zeige deutlich, dass es sich bei der Ermordung Dinks nicht um eine einzelne Tat, sondern um ein Verbrechen mit tiefer liegenden Strukturen handelt.


Der kurdische Romancier Yasar Kemal war ein enger Freund Dinks. Rakel Dink sagte nach der Ermordung ihres Mannes: "Solange wir diese Finsternis nicht hinterfragen, die aus Kindern Mörder gemacht hat – so lange werden wir in dieser Gesellschaft nichts ändern können.” (Im Hintergrund rechts: Fethiye Cetin, Anwältin Dinks.)


Der Kolumnist Aydın Engin hatte nach dem Attentat als Sprecher von Agos und der Dink-Familie gesagt, man werde es mit einem bitteren Lächeln quittieren, wenn die Ordnungskräfte als Mordverdächtige wieder einge Minderjährige präsentieren: "Leider sind wir immer noch dabei, mit Verbitterung zu beobachten, wie man versucht, die Mordakte Hrant Dink mit der Verurteilung einiger Minderjähriger und ihrer angeblichen Drahtzieher zu schließen."


"Nichts wird die eindrucksvolle Erinnerung an den Trauermarsch für Hrant hinwegfegen können", erklärt Agos-Chefredakteur Etyen Mahcupyan im Film-Interview. "Die türkische Gesellschaft hat sich seiner angenommen, hat verstanden, dass sie nur auf diesem Wege mit ihrem Gewissen ins Reine kommen kann; sie hat diese Sensibilität bewiesen."




Günter Seufert (mit Jürgen Gottschlich), der Texte von Hrant Dink aus dem Türkischen ins Deutsche übersetzt hat, sieht die besondere Stärke Hrant Dinks darin, "scheinbar naturgegebene Identitäten" hinterfragt zu haben.



Regisseur Osman Okkan erklärte, wie die Arbeit an der "Mordakte Hrant Dink" seinen Blick auf die schwierigen türkisch-armenischen Beziehungen verändert hat. Aus dem ursprünglichen Filmprojekt über Armenier in der Türkei, das er mit Simone Sitte vor über drei Jahren begonnen hatte zu recherchieren, wurde durch das Attentat auf Hrant Dink im Januar 2007 eine Dokumentation über einen noch aufzuklärenden Mord und tief greifende Umbrüche in der türkischen Gesellschaft - die gleichzeitig optimistische Stimmen einfängt und positive Tendenzen spiegelt.

 



 




 



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